14.03.2018

Hamburgs Trampoliner gehen nach vorn

4 Titel und 1 x Bronze bei der DM

Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft im letzten Jahr mit Daniel Schmidt auf Platz 5 boomt das Trampolinturnen in Hamburg wieder. Gerade auch auf dem Doppel-Mini-Tramp ist die derzeitige Entwicklung in Hamburg enorm. Anfang des Jahres noch als Showeinlage beim Feuerwerk der Turnkunst dabei und jetzt mit großartigen Ergebnissen bei den Deutschen Meisterschaften im Doppel-Mini-Tramp  (DMT). Der SV Bramfeld war in 5 von 8 Wettkampfklassen vertreten und erzielte mit 4 Titeln sowie einmal Bronze ein hervorragendes Ergebnis.

11 Athleten und zwei Mannschaften aus Hamburg am Start

Am ersten Märzwochenende ging es bereits am Freitag früh nach Nottuln (bei Münster). Der komplette Kader war gemeldet, und der Bramfelder SV hatte sogar in der offenen Klasse zwei Mannschaften dabei.

So etwas hat es noch nie gegeben. Mit insgesamt 11 Teilnehmenden stellten die Hamburger das größte Vereins-Team dar. 

Die Deutschen Meisterschaften waren zugleich auch die letzten Qualifikationsmaßnahmen für die Europameisterschaft im April, die in Baku stattfinden. Das Training und Einturnen ließen auf einen erfolgversprechenden Wettkampf hoffen. Die organisatorischen Voraussetzungen und der Zeitplan schufen gute Rahmenbedingungen. Die Hamburger Athleten waren sehr gut vorbereitet und jeder freute sich auf den Wettkampf. Als Vereinstrainer, aber auch als Bundestrainer für das DMT, war Olaf Schmidt gespannt, wie sein Team die sehr guten Trainingseinheiten im Wettkampf umgesetzt würde.

Neulinge erfüllen alle Erwartungen

Mit zwei völligen Neulingen ging es zum ersten Mal zu den Deutschen Meisterschaften. Sara Keller (13) - als eine der Jüngsten - hatte im Januar die Qualifikation erturnt. Sie zeigte einen tollen Wettkampf und belegte sogar einen Finalplatz. Am Ende reichte es für den 7. Platz. Ebenfalls neu dabei war Niklas Münster (15), der seine geplanten Durchgänge gut umsetzen konnte.  Durch einen kleinen Zonenfehler bei der Landung gab es einen Abzug, der ihn schließlich ( nur um einen Platz) die Teilnahme am Finaldurchgang kostete.

DM-Titel statt Ski-Abfahrt

In der weiblichen Klasse (13/14) ging Madita Spröth an den Start. Eigentlich schon im Skiurlaub, ließ sie sich die Teilnahme der Deutschen Meisterschaft nicht nehmen und turnte sich mit einfachen, aber sehr sauberen Durchgängen ins Finale. Dort konnte sie ihre Leistung noch einmal unterstreichen, so dass es schließlich für sie zum dritten Platz reichte. Es war für Madita die erste Einzelmedaille bei Deutschen Meisterschaften.

Traum vom Mannschaftserfolg geplatzt

Es folgten die weiteren Altersklassen und jeder der Hamburger Athleten zeigte enorm gute Verbindungen. Alle konnten sich in das Einzel-Finale turnen und hatten somit auch in der Mannschaftswertung einen guten Ausgangswert.  In TOP-Besetzung ging das Favoritenteam aus Hamburg klar in Führung.  Nicht auf Taktik, sondern mit hoher Schwierigkeit wollte man einen neuen deutschen Rekord turnen. Doch zwei kleine Patzer ließen diesen Traum platzen. So freuten sich schließlich die andere Mannschaften  über den Gewinn von Edelmetall.

Top-Leistungen und internationale Qualifikationen

Etwas geschockt, aber weiterhin hoch motiviert, ging es dann in die Einzelfinals. Jetzt war man noch aufmerksamer und die Konzentration auf dem Höchstpunkt.  Bei einer tollen Stimmung in der Halle zeigte Joscha Frahm (15) seine neuen Durchgänge und sicherte sich klare Punkte. Im letzten Durchgang ging es sogar zum ersten Mal an den Doppel-Doppel-Durchgang, der in dieser Klasse normalerweise noch nicht geturnt wird. Aber auch dieser gelang Joscha gut und er holte nach dem Vorjahressieg erneut den DM-Titel nach Hamburg.

In der männlichen Jugendklasse (17/18)  führte Maurice Maywald klar nach Punkten. Für ihn ging es aber nicht nur um die Deutsche Meisterschaft, sondern zusätzlich auch um die Qualifikation der JEM.  Also musste er im Finale seine extrem schwierigen Durchgänge zeigen. Ein hohes Risiko, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt !!

Im ersten Finaldurchgang zeigte Maurice einen Traum von Übung mit sagenhaften 36,0 Punkten. Für diese Altersklasse bedeutet das bereits "internationales Niveau".  Nun galt es, das Ding nur noch „nach Hause“ zu turnen.  Mit einer leicht umgestellten Taktik holte sich Maurice mit klarem Abstand nach seinem Vorjahrssieg erneut den Deutschen Meistertitel. Für die JEM-Quali sammelte er wertvolle Punkte.

In der Damenwertung führte Antonia Quindel  (19) das Feld an. Auch Steffi Aussum  (ehemals Witt) und Tanja Witt zeigten im Vorkampf sagenhafte Durchgänge und waren in dem engen Feld im Finale dabei. Steffi turnte einfach, aber mit einer sauberen Ausführung. Leider gab es bei ihr einen Zonenfehler und der Abzug war dann zu groß für eine Medaille. Tanja lag nach dem Vorkampf noch auf dem 2. Platz, konnte im Finale ihren Doppelsalto gebückt nicht ganz stehen und erhielt ebenfalls einen Abzug. So hieß es dann Platz 4 und 5 für das Geschwisterpaar. Nun lag die ganze Hoffnung bei „Toni“, denn auch die Vorjahrssiegerin Jana Twesten aus Stöckte wollte alles geben. Toni ging zwei Mal mit den Doppel-Doppel-Durchgängen ins Finale, zeigte eine klare Vorführung und gewann damit zum ersten Mal in der offenen Klasse den DM-Titel. Auch ihre Wertungen sind enorm hoch einzuschätzen, denn mit 66,1 Punkten verfehlte Toni nur um ein Zehntel die WAGC-Norm für die im November stattfindenden Altersweltmeisterschaften.

EM und WM-Quali für Daniel

Große Spannung herrschte dann im Herrenfinale mit dem WM-Fünften und klaren Favoriten Daniel Schmidt. Der Hallensprecher brachte die Zuschauer noch einmal richtig in Stimmung. Daniel musste jeweils als letzter an das Gerät. Geplant waren seine Übungen mit WM-Anspruch und mit weltmeisterschaftlichen Niveau präsentierte er sie auch dem Kampfgericht. Mit 37,5  und 36,5 Punkten holte sich Daniel mit persönlicher Bestleistung von 74,0 Punkten seinen insgesamt 22. DM-Titel. Das Daniel damit die klare EM-Qualifikation vom 72,8 Punkten übertroffen hatte, war nur Nebensache, denn mit dieser Leistung ist sogar die Weltmeisterschaftsqualifikation 2018 in der Tasche. Damit darf sich Daniel auf den Wettkampf im November in St. Petersburg freuen.

In der Qualifikation zeigten dann noch Daniel und Maurice ihre Durchgänge mit entsprechender Qualität und Maurice bestätigt durch seine Leistung, dass er derzeit in ganz Deutschland der einzige Jugendturner mit internationalem Niveau  ist. Die JEM-Norm ist erfüllt und nun muss das TK-Trampolin nur noch die Zustimmung erteilen. 

Das Hamburger DMT-Team bei der Europameisterschaft könnte dann so aussehen:

  • Daniel Schmidt – Herren  Eliteklasse; Bramfelder SV
  • Maurice Maywald- Jugendeuropameisterschaft; Bramfelder SV
  • Olaf Schmidt - DMT-Bundestrainer; Bramfelder SV