13.10.2017

Außerordentlicher VTF-Verbandstag, 11.10.2017

VTF verabschiedet neue Satzung - Ehrung des Buches "Als Vereine in Bewegung kamen"

Auf seinem Verbandstag am 11.10.2017 verabschiedete der Verband für Turnen und Freizeit erfolgreich eine neue innovative Satzung. Zuvor erhielt Prof Dr. Hans Jürgen Schulke für seine Publikation „Als die Vereine in Bewegung kamen“ eine Würdigung des Deutschen Turner-Bunds als beste Festschrift .

Alle Zeichen und Inhalte des Abends liefen auf den Höhepunkt der Abstimmung zur neuen Verbandsstruktur hinaus. Bereits in seiner  Begrüßungsrede wies Sport-Staatsrat Christoph Holstein darauf hin, dass der VTF „als Verband eine Führungsrolle wahrnehme“ und dabei  „moderne Strukturen und Traditionen  miteinander zu verbinden habe“, er wünschte dem VTF „eine kraftvolle und moderne Ausrichtung und den Mut für Veränderungen und stetem kritischen Hinterfragen“.

Dass der VTF auf auf seine Traditionen aufbaut, verdeutlichte die anschließende Ehrung der Jubiläumsschrift „Als die Vereine in Bewegung kamen“ von Prof Dr. Hans Jürgen Schulke auf. Seine Publikation wurde vom DTB als beste Jubiläumsschrift (zum 200jährigen Bestehen der HT16) ausgezeichnet. Schulke und sein zum großen Teil anwesendes Autorenteam veranschaulichten in ihrer Schrift eindrucksvoll, dass in Hamburg seit Beginn der Turnbewegung stets innovative Ideen vorangetrieben wurden und der gemeinnützig organisierte Sport sowie der Turn-, Freizeit- und Gesundheitssport in Deutschland maßgeblich aus Hamburg beeinflusst wurde.

Dies nahm auch Gerhard Mengesdorf (Sprecher der Turnverbände im DTB-Präsidium) in seiner Laudatio auf, denn die „Turnerinnen und Turner“ haben Hamburg viel zu verdanken: den ersten Turnverein (HT16), die erste Turnhalle(HT16) , das erste Reha-Angebot(HT16), das erste vereinseigene Fitness-Studio (HT16) und nun sei „der VTF der erste Turnverband, der eine Verbandsstruktur nach einem Aufsichtsratsmodel entwickelt hat“.

Als es dann so weit war und die Abstimmung zur neuen Struktur mit nur einer Gegenstimme beschlossen wurde, honorierte die VTF Vorstandsvorsitzende Dörte Kuhn das eindeutige Ergebnis mit einem entspannten und glücklichen Lächeln. „Es war nicht immer einfach, häufig auch kontrovers, aber am Ende hat es allen auch viel Spaß bereitet.“ Die Strukturkommission, bestehend aus haupt- und ehrenamtlichen Vereins- und Verbandsvertretern, war eigens für die Aufgabe der Neugestaltung ins Leben gerufen worden. Das Ziel war es, eine „schlagkräftige und zukunftssicher organisierte" Struktur zu erarbeiten und „das haben wir geschafft!“, berichtet Ulrich Lopatta, hauptamtlicher Vorsitzender des Walddörfer SV, der als Mitglied der Kommission die Neuerungen anhand einer anschaulichen Präsentation den Vereinsvertreterinnen und -vertretern erläuterte.

Die neue Struktur bietet das Gerüst für professionelle und effiziente Weiterentwicklung, um die zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben mutig zu meistern, mit einer funktionierenden Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt, so dass in den gesellschaftlichen Veränderungen freiwilliges Engagement weiterhin möglich ist und Spaß macht.

Die Grundzüge sind: die Mitglieder wählen als „verlängerten Arm“ einen Verwaltungsrat, der die auf dem Verbandstag formulierten Wünsche und Beschlüsse der Mitglieder verwaltet und die Umsetzung kontrolliert. Dafür bestellt der Verwaltungsrat einen Vorstand, der aus ehren-, neben- und hauptamtlichen Personen bestehen kann und für das operative Geschäft und für die Strategie des VTF voll verantwortlich ist. Um die Aufgaben gut bewältigen zu können, kann er an Personen und Gremien delegieren. Alle operativ handelnde Verantwortliche koordinieren ihre Arbeit in einem Verbandsrat. Die turnjugend hat nach wie vor eine Selbstverwaltung und ist in den Gremien des VTF (insbesondere Vorstand) eingebunden. Das „Aufsichtsratsmodell“ ermöglicht eine stärkere Übertragung verantwortlichen Handelns ins Hauptamt.

Unmittelbar an die Abstimmung schloss sich das Wahlverfahren des neu zu besetzenden Gremiums, des Verwaltungsrats, an. Bereits im Vorfeld hatten Verbandsvertreter geeignete Kandidaten eruiert. Dazu gehören: Dr. Gudrun Bischoff-Kümmel  (Eimsbütteler Turnverband e.V.) als Repräsentantin der großen Vereine, ( 2000 und mehr Mitglieder), Hartmut Griesbach  (Hamburg St. Pauli Turnverein r.V.) als Repräsentant der mittelgroßen Vereine (500 bis 1999 Mitglieder), Maren Gebauer (Turnerschaft von 1910 Osdorf e.V.) als Repräsentantin der kleinen Vereine (bis zu 499 Mitglieder) sowie zwei weitere Verwaltungsratsmitglieder (ohne notwendige Vereinszugehörigkeit), Stefan Karrasch (SC Alstertal Langenhorn e.V., Referent in der Hamburger Bürgerschaft), bisher Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit im VTF, und Ronald Scholl (Behörde für Schule und Berufsbildung, Fachausschuss-Vorsitzender Gerätturnen der Hamburger Schulen, mit langjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem VTF)
Alle wurden mit deutlichen Mehrheiten in ihr neues Amt gewählt.

Die neue Satzung tritt mit Eintragung ins Verbandsregister in Kraft.