04.10.2016

Statement des Verbandes für Turnen und Freizeit zum Austritt von sportspaß

sportspaß ist eine Bereicherung für den Hamburger Sport – VTF erwartet entschiedenes Bemühungen von Seiten des HSB, um sportspaß in der Familie des organisierten Sports zu halten

Am 22. September erhielt der Verband für Turnen und Freizeit e.V. (VTF) die fristgerechte Kündigung seines Mitgliedsvereins sportspaß zum Jahresende 2016.

In der Begründung der Kündigung heißt es: „Die Entscheidung ist uns – nach langen Jahren der guten Zusammenarbeit – nicht leicht gefallen, aber notwendig geworden, da wir zum Jahresende auch unsere Mitgliedschaft im Hamburger Sportbund kündigen werden.“

Der VTF bedauert den Schritt von sportspaß zutiefst, denn er kann seinerseits die positive Zusammenarbeit bestätigen. „sportspaß hat mit seiner Innovationskrafts unsere Arbeit als Fachverband bereichert und Impulse und Trends für die Turn- und Sportvereinsszene in ganz Deutschland gesetzt“, so Gerlinde Reeker, VTF-Geschäftsführerin, und sie bemerkt weiter, „Hamburg beheimatet nicht nur den ältesten Turnverein (HT16), sondern mit sportspaß auch den größten Turnverein der Welt!“

Der VTF erwartet vom HSB ein entschiedenes Bemühen, um sportspaß im organisierten Sport zu halten! „Und dafür ist es wichtig, sein Mitglied sportspaß wertzuschätzen ", erklärt Reeker.

Gute Gründe für eine Wertschätzung gibt es genug: sportspaß ermöglicht wie kaum ein anderer Verein, Menschen mit kleinem Geldbeutel ganz unkompliziert einen gesunden und bewegten Lebensstil zu leben! Das ist der soziale Beitrag, der nicht hoch genug angerechnet werden kann! „Macht sportspaß sein Vorhaben wahr, verliert der organisierte Sport fast 60.000 Sport treibende Frauen! Das ist kein gutes Signal für den organisierten Sport“, so Dörte Kuhn, VTF-Vorstandsmitglied für die Zielgruppe Frauen.

Maßgeblich für die anstehenden Verhandlungen wird es sein, ein ausreichendes Zeitfenster für eine Annäherung von HSB und sportspaß einzuräumen. „Um die Interessenslagen zu sondieren und mit gezielten Maßnahmen und Einigungen sportspaß wieder in die Solidargemeinschaft des organisierten Sports zurück zu holen, bedarf es einer grundlegenden Lösung“, betont Paul Gerhard Wienberg-Schaper, erster Vorsitzender des VTF. „Dazu müssen alle Parteien bereit sein, auf einander zuzugehen und sich Zeit zu nehmen. „Ein Appell an die Solidarität allein“, wie es der HSB in seiner Stellungnahme kürzlich gemacht hat, wird laut Wienberg-Schaper „keine Brücke bauen. Denn ein solcher Appell prallt ab, wenn die Verbundenheit fehlt und das „Füreinander Einstehen“, ein Attribut von Solidarität, als einseitige Angelegenheit empfunden wird.“

„Letztlich muss der Verein sportspaß seinen 70.000 Mitgliedern gegenüber glaubhaft machen, warum eine Mitgliedschaft im HSB sinnvoll ist. Und bei einem sechsstelligen Jahresbetrag muss man dafür schon gute Gründe aufweisen“, erklärt Peter Dwinger, der als VTF-Vorstandsmitglied für Verwaltung und Finanzen weiß, wovon er spricht.

Die Vielfalt macht den organisierten Sport stark! Und um diese Vielfalt zu erhalten und zu stärken, bedarf es unterschiedlicher und angepasster Unterstützungsformen. „Natürlich benötigt ein Mitglied wie sportspaß, das immerhin 70.000 Freizeitsportler und -sportlerinnen in Hamburg in Bewegung bringt, eine andere Unterstützung als z.B. Talentförderung“, so Gerlinde Reeker.

Der entstandene Konflikt macht deutlich, wie wichtig es zukünftig sein wird, dem Freizeitsport einen klaren Stellenwert einzuräumen. Das fängt schon bei den Sportförderverhandlungen der Stadt mit dem organisierten Sport an. „Das bisherige Vorgehen ist nicht zu rechtfertigen. Der VTF, als größter Hamburger Sportfachverband und Vertreter sowohl von Leistungs- als auch von Freizeitsport, gehört neben dem zweitgrößten Fachverband (Fußball) und dem HSB an den Verhandlungstisch!“ fordert Gerlinde Reeker. „Mit diesem Schritt könnten freizeitsportliche Unterstützungsformen fest verankert werden und es wäre ein Signal an alle Hamburger und Hamburgerinnen, die sich in den vielen Breitensport-orientierten Vereinen fit halten.“

Um weitreichende Folgen für den gesamten Deutschen Sport abzuwenden ist es jetzt wichtig, dass sich alle Beteiligten an den Verhandlungstisch setzen und einen gemeinsamen Weg für eine funktionierende Zusammenarbeit im organisierten Sport ebnen.