Rhönradturnen

Schwerelos im Rad

Zwei Reifen, zwei einfache Stangen, zwei Griffsprossen und zwei Brettsprossen – das ist das Grundgerüst des Rhönrades. Darauf wird geturnt, gesprungen, und in Spiralform Ballanceakte vollführt. Der Durchmesser des Rades variiert je nach Körpergröße des Sportlers.

Rhönradturnen gehört zu den elegantesten der Turnsportarten. Es verbindet die Eleganz des klassischen Tanzes mit der Kraft der Akrobatik und den Elementen des Kunstturnens. Die Besonderheit: Die meisten Übungen werden in einer derartigen Langsamkeit ausgeführt, dass es dem Zuschauer wie schwereloses Schweben anmutet.

Es wird in den Vereinen Hamburgs auch für die Teilnahme an Wettkämpfen -von der Regionalebene bis hin zu nationalen und internationalen Meisterschaften trainiert. Aber jeder fängt einmal klein an. Wenn dir das Überkopfschwingen, verbunden mit turnerischen Elementen gefällt, probier es doch selbst einmal aus!

Aktuelles

Starke Schmerzen verhinderten Saskia Güntners DM-Teilnahme

Für Hamburgs beste Rhönrad-Turnerin Saskia Günter (TSG Bergedorf) verlief das Turnfest in Berlin nicht wie erhofft. Verletzungsbedingt musste sie sich kurzfristig am Ende des Einturnenes von der Teilnehmerliste der Deutschen Meisterschaften streichen lassen. Grund war eine schon länger andauernde Knieverletzung, die sie auch schon zwei Wochen zuvor auf den Norddeutschen Meisterschaften  stark eingeschränkt hatte. Mit einem 3. Platz konnte sie sich dennoch für die DM in Berlin qualifizieren. Den Start beim Turnfest vor einer Kulisse, die dem Rhönrad sonst kaum zu Teil wird, sagte sie nur schweren Herzens ab. „Es macht immer super viel Spaß in einer vollen Halle mit toller Stimmung zu turnen! Das Vergnügen hat man leider nur alle vier Jahre, selbst Weltmeisterschaften sind oft schlechter besucht.“ berichtet die erfahrene Turnerin.

Auch ohne die verpasste gute DM-Platzierung will Saskia mit einem Sonderantrag einen Weg finden, im kommenden Jahr bei den WM-Qualifikationswettkämpfen starten zu können. Hierzu ist eigentlich nur der A-Kader berechtigt, der auf Basis der DM-Ergebnisse gebildet wird (Top 10).

Priorität hat erst einmal das Auskurieren der Verletzung und die Reha ihres Knies. Parallel ist Saskia bereits dabei, neue Übungen bzw. Küren für die kommende Wettkampfsaison in allen drei Disziplinen zu bauen. Das alles kostet viel Zeit und Aufwand. Zum Glück wechselt die 26-Jährige in diesem Sommer beruflich von Lübeck nach Hamburg, so dass sie bessere Voraussetzung hat, um ihre sportlichen Ziele intensiv zu verfolgen.

Wir drücken Saskia dabei die Daumen.

Erfolgreiche Sportlerin

 Saskia Güntner

Saskia Güntner (24 Jahre, TSG Bergedorf, Mitglied der Nationalmannschaft) ist eine der erfolgreichsten Athletinnen im Verband für Turnen und Freizeit. Sie liebt  ihren Sport, das Rhönradturnen.

5 Fragen an die Bundeskaderathletin

1. Wie und wann bist Du zum Rhönradturnen gekommen?

Als ich sechs Jahre alt gewesen bin, habe ich einen Zeitungsartikel über eine erfolgreiche Rhönradturnerin gesehen. Wir wussten, dass es bei uns im Dorf im ESV Büchen auch eine Rhönradsparte gibt. Dann bin ich dort einfach mal zum Probetraining hin und am Sport hängengeblieben…bis heute.

 

 

2. Was sind wichtige Voraussetzungen für Rhönradturner_innen?

Wichtige Voraussetzungen für das Rhönradturnen sind eine gute Koordination ( z. B. für Salto- und Schraubbewegungen oder in der Spirale), ein gewisses Maß an Beweglichkeit und Kraft, aber auch ein wenig Mut. Viele dieser Fähigkeiten lassen sich aber mit der Zeit auch noch lernen und verbessern, vor allem, wenn man schon im Kindesalter mit dem Sport beginnt. 

 

 

3. Wie oft und wo trainierst Du?

Rhönrad selbst trainiere ich drei bis vier Mal die Woche. Davon sind drei Trainingseinheiten in Bergedorf und ab und zu fahre ich noch zu einem anderen Verein. Zusätzlich trainiere ich noch drei Mal die Woche in Bergedorf im Fitness Studio. Dort arbeite ich gemeinsam mit meinem Fitness-Trainer Jan Winter an meiner Athletik und erarbeite mir wichtige Grundlagen, was Kraft und Koordination anbelangt.

 

 

4. Was macht Dir am meisten Spaß?

Die Vielfalt und Komplexität, die der Sport bietet. Ich kann mich immer wieder an neuen Teilen und Sprüngen in allen drei Disziplinen probieren und sie in den Kürfolgen kombinieren.  Das erfordert oft zu Beginn auch eine große Portion Mut. Aber das Gefühl, ein neues Element das erste Mal alleine zu schaffen, ist immer der Wahnsinn! Außerdem ist es immer wieder eine Herausforderung, dass die Schwierigkeitsteile spielend leicht und elegant aussehen. Dorthin zu kommen, ist meist gar nicht so einfach, macht aber auch Spaß.  

 

 

5. Was war dein bisher größter sportlicher Erfolg?

Mein größter Erfolg war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Italien in 2015. Aber auf dem Weg dahin waren auch die Wettkämpfe in 2014 ganz wichtig für mich. Besonders in Erinnerung ist mir dabei der Titel bei den Norddeutschen Meisterschaften geblieben, wo mich niemand (!) auf dem Zettel hatte – nicht mal ich selbst. Der letzte nationale Wettkampf davor war Ende 2013 und in der Zwischenzeit habe ich anscheinend einen riesigen Leistungssprung gemacht, der sich auf dem Wettkampf ganz überraschend bezahlt gemacht hat und Grundlage für die WM war.