12.12.2019

Gleiches Recht für alle!

Ein wichtiger Abend für Sportfrauen in Hamburg

Unter dem Motto Sportfrauen fordern FAIRPLAY! und dem Aufruf „Wir wollen uns stark machen für gleiches Recht für alle im Sport!“ kamen auf Einladung des Hamburger Sportbundes (HSB) am Dienstag, den 10. Dezember 2019 rund 50 Frauen (und drei Männer, darunter auch Sport-Staatsrat Christoph Holstein) im Haus des Sports zusammen.

Zum Auftakt stellte Daniela Hensel von Plan International ihr Engagement im Kampf um Chancengleichheit und Rechte für Mädchen und Frauen vor. Sie zeigte auf, wie die Werte des Sports in vielen Bereichen Veränderungen schaffen können und wie sie Frauen die Chance zur Selbstbestimmung und Entfaltung ihrer Interessen ermöglichen.

Danach gingen die Initiatorinnen Dörte Kuhn (Vizepräsidentin HSB, Vorsitzende des Verbandes für Turnen und Freizeit) e.V., Beate Wagner-Hauthal (Geschäftsführerin ParkSportInsel e.V). sowie Juliane Timmermann (sportpolitische Sprecherin) mit allen Teilnehmer*innen in die Diskussion.

Frauen in unterschiedlichsten Positionen und aus unterschiedlichen Bereichen des Sports berichteten sowohl von mutigen Einsätzen, Engagement, Pionierarbeit in der Frauenarbeit wie auch von geringer Akzeptanz von Trainerinnen, schwieriger Teilnahme an Gremienarbeit durch familiäre Rahmenbedingungen, fehlender finanzieller Förderung im Frauenwettkampfsport, insbesondere in vielen Mannschaftssportarten und nicht zuletzt von der geringeren Sichtbarkeit von Frauen im Sport in den Medien.

Bereits vorab hatten die Initiatorinnen ein Positionspapier erarbeitet, welches kritische Themenfelder der fehlenden Gleichberechtigung aufzeigt.

  1. Kultur der Gleichberechtigung im Sport
  2. Strukturelle Rahmenbedingungen zur Teilhabe am Sport
  3. Gleichberechtigte geschlechtersensible Darstellung in der Öffentlichkeit und den Medien 
  4. Gewaltfreiheit: Kein Sexismus, keine Gewalt und kein Chauvinismus – für eine Kultur des Hinsehens
  5. Gleiches Geld und gleiches Recht für Alle

Einig sind sich die Frauen, dass eine strukturelle Veränderung notwendig ist. Dafür fehlt es bisher an einer Gleichstellungsordnung für den Hamburger Sport beruhend auf der Zukunftsidee einer paritätischen Sportwelt in Hamburg, in der nicht nur selbstbewusste Frauen Vorbilder für gelebte Chancengleichheit sind.

Um konkrete Ziele und Leitlinien zu entwickeln, bedarf es noch einiger Arbeit. Dies wollen die Frauen gemeinsam in 2020 angehen. Ziel ist es, dass sich alle im organisierten Sport agierende Hamburger Vereine und Verbände und damit verknüpfte Institutionen, wie auch die berichtenden Medien sich zu einer Gleichstellungsidee solidarisch erklären. Um diesen Weg zu bestreiten, soll das Netzwerk der Sportsfrauen in Hamburg ausgebaut werden.

Alle anknüpfenden Veranstaltungen 2020 sind öffentlich und alle interessierten Sportfauen Hamburgs sind herzlich eingeladen.

Für eine öffentliche Wahrnehmung von starken Frauen setzt sich bereits maßgeblich Sylvia Weihermüller von Close Distance Production ein, die ihre Arbeit im Rahmen der Auftaktveranstaltung präsentierte. Die Produzentin entwickelte die Idee "Bravestories", in ihren Filmen gibt sie Frauen im Sport eine Stimme, erzählt ihre Geschichten und macht anderen Mut. Alle veröffentlichten „Bravestories“ sind zu finden unter www.bravestories.de. Die vom DOSB und der Stadt Hamburg geförderten Filme sind bislang auf großes Interesse gestoßen und werden u.a. von Sendern - wie dem ZDF - gezeigt. Da Hamburg die Pilotstadt des Braveprojekts ist , besteht für weitere Hamburger Sportfrauen die große Chance, ihre Mutgeschichten zu berichten. Für 2020 sind zudem fünf „Bravetalks“ geplant. Der erste Talk findet in der ersten Februarwoche 2020 statt. (Einladung folgt)


Kontakt:

Wer Interesse an der Mitarbeit oder der Teilnahme an weiteren Veranstaltungen der Sportfrauen hat, wendet sich an: 
Dörte Kuhn unter d.kuhn@hamburger-sportbund.de