27.01.2019

VTF Ethik-Beauftragte Aydan Özoğuz stellt sich vor

Für gegenseitigen Respekt, Fairness, einen guten Umgang miteinander

Ein wichtiges Anliegen im VTF ist es, neben der Weitergabe von fachlichen Inhalten, mittels unser Angebote Werte zu vermitteln. Daher ist die Grundlage unserer Arbeit der achtungsvolle, respektierende, wertschätzende und persönlichkeitsfördende Umgang.

Um unser Wertesystem zu leben und in den verbandsweiten Aktivitäten zu realisieren, orientieren wir uns am Ethik-Code des DTB, der die Grundprinzipien von „Good Governance“ in der Führung des Verbandes festlegt. Die Verhaltensrichtlinien richten sich gleichermaßen an die ehrenamtlichen Funktionsträger*innen und die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen des Verbandes.

Vor diesem Hintergrund hat der VTF eine Ethikbeauftragte als unabhängige Vertrauensperson mit präventiv beratender Funktion und als Ansprechpartnerin für alle Mitarbeiter*innen und Funktionsträger*innen berufen.  In diese ehrenamtliche Funktion wählte der VTF-Verbandstag am 20. Nov. 2018 Aydan Özoğuz (MdB, Staatsministerin a.D.).

Zu ihren Aufgaben gehört es, entsprechend der Richtlinien Interessenskonflikte zu vermeiden bzw. ihnen entgegenzuwirken sowie Empfehlungen an ein zuständiges Entscheidungsgremium bzgl. der weiteren Vorgehensweise abzugeben.

Wir heißen unsere Ethik-Beauftragte herzlich willkommen im VTF-Team!

"Die Werte des Sports sind ein wichtiges Angebot für unsere Gesellschaft"

Aydan Özoğuz: Der VTF hat längst Leitsätze und ein Leitbild.  Darin ist festgehalten, dass der VTF für seine Mitgliedsvereine aktiv sein und diesen ein großes Netzwerk bieten möchte. Von der guten lokalen Vernetzung in Hamburg konnte ich mich schon häufiger überzeugen – insbesondere im Herbst 2014.  Damals sprachen mich verschiedene Turnvereine gemeinsam an, weil sie sich um Flüchtlingskinder kümmerten. Diese sollten nicht einfach nur allein in ihren Unterkünften herumsitzen sondern mitturnen und andere Kinder kennenlernen. Es ging darum, Kindern eine Chance zu geben, gesellschaftlichen Anschluss zu finden. Und Sport ist nun einmal die beste Betätigung, um niedrigschwellig jeder und jedem diese Möglichkeit zu bieten. Deshalb habe ich mich damals um eine finanzielle Unterstützung durch den Bundestag bemüht. Gemeinsam mit dem DOSB haben wir das auch geschafft.

Als der VTF Hamburg mich im vergangenen Jahr fragte, ob ich bereit wäre, Ethikbeauftragte des Verbands zu werden, habe ich besonders gern zugesagt. Denn im Sport und seinen Werten sehe ich für alle in unserer Gesellschaft ein wichtiges Angebot. Von Mutter und Kind bis zum Rentnerdasein – Sport begeistert so viele Menschen. Und er schafft Raum für das Ehrenamt. Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie gut dieses Angebot angenommen wird. Ich selbst war auch mal einige Jahre Übungsleiterin für den VTF. Aber das ist zugegebenermaßen schon lange her. In den letzten Jahren habe ich mich besonders darum bemüht, dass auch junge Mädchen mit Einwanderungsgeschichten ihren Weg in die Turnvereine finden.

Überall dort, wo so viele Menschen zusammenkommen, wo es um Teamplay aber auch Wettkampf geht, stellt sich die Frage nach gegenseitigem Respekt, nach Fairness, nach einem guten Umgang miteinander.

In den meisten Fällen werden diese Werte spürbar gelebt. Aber es wird auch Fälle geben, wo das eine oder andere fehlt, es nicht ganz so reibungslos verläuft wie erwartet oder gewünscht. Vielleicht hat sich schon an der einen oder anderen Stelle ein Gefühl von unfairer Behandlung verfestigt. Das kann die Turnerinnen oder Turner, aber auch die Übungsleiter/-innen und Trainer/-innen betreffen. Innerhalb und außerhalb der Verbandsstrukturen.

In diesen Fällen möchte ich als Ethikbeauftragte Euch und Ihnen gern das Gespräch anbieten. Eine kurze Mail und wir verabreden uns. Und gern möchte ich mit allen gemeinsam einen Ethikkodex für den VTF entwickeln. Auch dafür ist es wichtig, stetig Gespräche zu führen und so viele Ideen wie möglich einfließen zu lassen. Ich lade jede und jeden dazu ein, sich mit Ideen zu beteiligen. Hier gilt das Gleiche: Eine kurze Benachrichtigung und wir kommen zusammen.

Ich freue mich darauf, mit dem VTF in unserer schönen Stadt den Sport noch ein Stück attraktiver zu machen.


Ihre Aydan Özoguz

Kontakt: Aydan Özoğuz, SPD-Bürgerbüro, Schloßstraße 12, 22041 Hamburg, E-Mail: aydan.oezoguz.wk@bundestag.de

 

 

Die Verhaltensrichtlinien zur Integrität regeln in der Verbandsarbeit u.a.

  • den Umgang miteinander,
  • das Verhalten im Geschäftsverkehr, wie bei Interessenkonflikten, Spenden oder den Umgang mit Ressourcen
  • den Handlungsrahmen, wie die Installation von Verfahrensweisen, Vertrauenspersonen sowie den Datenschutz.

Der VTF hält sich zusätzlich an den Ehrenkodex, den der DOSB formuliert hat,...

... um Gewalt, Missbrauch und Übergriffe im Kontext Sport und Sportverein zu verhindern. Das erfordert:

  • Die Aufklärung jedes einzelnen Falles
  • Die Entfaltung einer Kultur des Hinsehens und der Hinwendung zu den Opfern
  • Konkrete präventive Maßnahmen
  • Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen

Die Unterzeichnung des Ehrenkodex ist eine Selbsterklärung für einen respektvollen, fairen und schützenden Umgang gegenüber Schutzbefohlenen und erwachsenen Sportler*innen, unabhängig von sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischer Überzeugung, sexueller Orientierung, Alter oder Geschlecht.