25.01.2021

VTF zum Thema

 „Vorwürfe der psychischen Gewalt, Medikamentenabgabe und unangemessenen Trainingsmethoden“

... und zur
 Stellungnahme des DTB-Präsidiums zur unabhängigen Untersuchung

In den vergangenen Wochen wurde in Medien über Vorwürfe gegen eine am Bundesstützpunkt in Chemnitz tätige Trainerin berichtet. Die Vorwürfe betreffen sowohl psychische Gewalt als auch unangemessene Trainingsmethoden gegenüber Athletinnen sowie die Abgabe von Medikamenten ohne ärztliche Anordnung. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) nimmt die erhobenen Vorwürfe äußerst ernst und hat entschieden, die in Rede stehenden Sachverhalte unabhängig aufklären zu lassen. Die   Untersuchung   hat   aus   Sicht   des   DTB   schwerwiegende   Pflichtverletzungen   im Bundesstützpunkt in Chemnitz bestätigt. Hierzu kam es trotz der Konzepte und Maßnahmen, die der DTB in der Vergangenheit –und unabhängig von den Bundesstützpunkt in Chemnitz betreffenden Sachverhalten –entwickelt und umgesetzt hat. Das DTB-Präsidium entschuldigt sich als Verband und auch stellvertretend für den organisierten Turnsport bei allen betroffenen Turnerinnen für das entstandene Leid und kündigt für die Zukunft die notwendigen Konsequenzen für effektivere Strukturen zur Gewaltprävention an.

Quelle DTB-Presse vom 22.01.2021 und Stellungnahme des Präsidiums des Deutschen Turnerbundes 

Wir, der VTF, als Landesturnverband Hamburg, stellen uns ausdrücklich hinter die Position und das Handeln des DTB:

„Wir lehnen jegliche Form der Gewalt entschieden und ausnahmslos ab und distanzieren uns   von   den in den Vorwürfen beschriebenen Trainingsmethoden. Der diese entsprechen in keiner Weise den Werten des DTB und den Rahmenbedingungen für ein verantwortungsvolles Training.  Zugleich sind wir uns unserer besonderen Verantwortung gegenüber jungen Athlet*innen und deren Eltern bewusst. In diesem Bewusstsein haben wir bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt initiiert und umgesetzt. Der gesundheitliche Schutz und die persönliche Entwicklung der Athlet*innen stehen dabei für den DTB an erster Stelle.“

Wir sehen uns genauso in der Pflicht und Aufgabe, jegliche Vorwürfe von Gewalt (ob psychischer, physischer oder sexueller Art), die in unseren Vereinen auftreten, intensiv zu hören und deren konsequente Aufklärung zu fördern. Die grundlegende Arbeit des DTB in diesem Bereich, die aktuell die strukturelle Aufarbeitung ermöglicht, umfasst eine Handlungsorientierung, die uns als Leitlinie im Bereich Prävention dient. Wir begrüßen ausdrücklich, die Ankündigung des DTB-Präsidenten Alfons Hölzl, einen nächsten Schritt eines „strukturellen und kulturellen Verbandswandels“ einzuleiten. 

Aus einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht die Notwendigkeit hervor, dass „in Vereinen mit einer klar kommunizierten „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“, […] das Risiko für alle Formen von sexualisierter Gewalt signifikant geringer wird.“ Dies fördern wir mit gezielten Maßnahmen,

  • Fortbildungen von VTF-Referent*innen
  • Implementierung des Themas in die Lizenzausbildungen
  • Thematisierung in Gremien wie Verbandstag (Vereine), Verbandsrat (Fachgebiete), Verbandsforum
  • Infomaßnahmen im Umfeld des Leistungszentrums,
  • Einbindung in den aktuellen Entwicklungsprozess des VTF-Leistungssportkonzept (Schwerpunkt Kinderechte und PSG) 

Auch, wenn die aktuelle Situation sich in dem Bereich Leistungssport widerspiegelt, darf für uns nicht aus dem Blick gelassen werden, dass die o.g. Studie aufzeigt, dass die Leistungsorientierung in der Trainingsgruppe keinen Einfluss auf die Häufigkeit sexualisierter Gewalt hat.“

Unser*e Ansprechpartner*in für PSG

Ruth Arens

arens@vtf-hamburg.de

Jochen Müller

Mueller@vtf-hamburg.de

 

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