Die Frau hinter der Fachtagung – Carolin Gatzmaga über Inklusion im Sport

Kinder in Bewegung bringen, Gemeinschaft schaffen und Inklusion selbstverständlich machen – das ist die Leidenschaft von Carolin Gatzmaga. Als Kinder- und Jugendreferentin beim Verband für Turnen und Freizeit setzt sie sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihren Voraussetzungen, Freude an Bewegung erleben können. Gleichzeitig ist sie die Organisatorin zentraler Fachtagungen des Verbandes, darunter die bevorstehende Fachtagung „fit und pfiffig“. Im Interview spricht Carolin über ihre Arbeit, ihre Motivation und darüber, wie Inklusion im Sport gelebt werden kann.

Bewegung, Spaß und Gemeinschaft für alle Kinder

„Gemeinsam mit meinem Team gestalte ich Angebote für Kinder und Jugendliche, die Bewegung, Spaß und Gemeinschaft verbinden“, erzählt Carolin. Dazu gehören Projekte, Fachtagungen und Veranstaltungen. Das Ziel in ihrer Arbeit als Kinder- und Jugendreferentin: frühzeitig positive Bewegungserfahrungen schaffen. „Uns geht es um Ganzheitlichkeit, also nicht nur um körperliche Bewegung, sondern auch um soziale, emotionale und kreative Entwicklung durch Sport.“

Von der eigenen Erfahrung zur Berufung

Sport begleitet Carolin schon seit ihrer Kindheit. „Ich habe früh erfahren, wie viel Kraft, Selbstbewusstsein und Freude Sport geben kann, besonders dann, wenn man sich willkommen und gesehen fühlt.“ Diese Erfahrung prägt bis heute ihre Arbeit. Ihr Antrieb: jedem Kind Räume zu eröffnen, in denen es sich frei entfalten kann, unabhängig von individuellen Voraussetzungen. „Jedes Kind hat ein Recht auf Teilhabe, auf Bewegung und auf Gemeinschaft“, sagt sie überzeugt.

Carolin Gatzmaga, Kinder und Jugendreferentin im VTF

Carolin Gatzmaga Kinder- und Jugendreferentin beim VTF.

Fachkompetenz trifft Organisationstalent

Auch wenn der Fokus auf den Kindern liegt, geht Carolins Aufgabenbereich noch weiter. Als Sportwissenschaftlerin ist sie fachlich breit aufgestellt, daher kümmert sie sich zusätzlich im VTF auch um die großen Kongresse in den Bereichen Vereinsentwicklung sowie Fitness und Gesundheitssport – wie zum Beispiel den Internationalen Hamburger Sport-Kongress (IHSK).

fit und pfiffig – Bewegungskompetenz von Anfang an

Mit der bevorstehenden Fachtagung „fit & pfiffig“ rückt Carolin ein Thema in den Mittelpunkt, das ihr besonders am Herzen liegt: frühe Bewegungsförderung und kindgerechte Angebote. Die Tagung richtet sich an Übungsleitende, pädagogische Fachkräfte und alle, die Kinder im Sport begleiten.

„fit & pfiffig steht für praxisnahe Impulse, neue Ideen und Austausch“, erklärt Carolin. „Es geht darum, Kinder stark zu machen – motorisch, aber auch emotional und sozial.“ Als Organisatorin achtet sie dabei besonders auf inklusive Zugänge, praxisorientierte Inhalte und eine offene Atmosphäre, in der Fragen erlaubt sind und Unsicherheiten angesprochen werden dürfen.

Ich setze mich für inklusive Strukturen ein, damit wirklich alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu unseren Angeboten haben.

Wir wollen gemeinsame Räume, in denen alle mitmachen können. Inklusion muss nicht ständig betont werden – sie sollte einfach selbstverständlich mitgedacht sein.

Caro Kinderfest

Carolin beim Kinderfest.

Vielfalt ist normal – Inklusion als Grundhaltung

Für Carolin bedeutet Inklusion, Strukturen so zu gestalten, dass niemand ausgeschlossen wird – nicht nur, weil es „erlaubt“ wird, sondern weil es selbstverständlich dazugehört. Gerade im Kinder- und Jugendsport sieht sie darin eine große Chance: „Wenn Kinder von Anfang an erleben, dass Vielfalt normal ist, prägt das ihre Haltung fürs ganze Leben.“ Das Kinderturnen bietet dafür die besten Voraussetzungen: Bewegungsformen lassen sich so anpassen, dass jedes Kind mitmachen kann – und Bewegung auf seine eigene Weise erlebt.

Barrieren abbauen – Schritt für Schritt

Auch wenn sich viel bewegt, gibt es noch Hürden: fehlende barrierefreie Sportstätten, Unsicherheiten bei Übungsleitenden oder bürokratische Hürden. „Oft liegt es gar nicht am Wollen, sondern am Wie“, sagt Carolin. „Genau da setzen wir an – mit Schulungen, Beratung und praktischen Beispielen, wie Inklusion im Verein gelingen kann.“

„Einfach anfangen“ – ein Appell an alle

Für die kommenden Jahre wünscht sich Carolin, dass Inklusion in allen Bereichen des VTF fester Bestandteil wird: „Von der Planung bis zur Durchführung – es gehört einfach dazu!“ Sie möchte Netzwerke mit Vereinen, Schulen und weiteren Akteur*innen ausbauen und neue Formate ausprobieren. „Ich möchte mehr mit Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen zusammenarbeiten. Denn sie wissen am besten, was wirklich wichtig ist.“

Zum Schluss richtet Carolin einen Wunsch an Eltern, Vereine und junge Menschen: „Ich wünsche mir Offenheit, Mut und Vertrauen. Niemand muss alles sofort perfekt machen. Hauptsache, man fängt an. Eltern dürfen neugierig sein und sagen, was ihr Kind braucht. Und junge Menschen: bleibt so wie ihr seid – neugierig, bunt und offen! Ihr gestaltet die Zukunft des Sports.“

Das könnte dich auch interessieren

Hinter den Kulissen des Feuerwerks der Turnkunst: Ein Gespräch mit Catharine Quindel

Catharine Quindel ist 31 Jahre alt und seit acht Jahren beim Verband …

Junge Frau am Schreibtisch

Mein Jahr beim VTF

Bundes­freiwilligen­dienst Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement "Nach dem Vorstellungsgespräch war für mich sofort klar: mit …

Dörte Kuhn in grünem Pulli spricht in ein Mikro bei der HSB Mitgliederversammlung

Viele Rollen, ein klarer Kompass

Dörte Kuhn über Engagement, Vielfalt und die Zukunft des Sports in Hamburg …